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2007-12-21 10:56:51
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Australische Gentech-Erbsen zeigen: Gentech-Moratorium ist unnötig

Zürich, 22. November 2005. Aufgrund strenger Sicherheitsprüfungen wurden an einem australischen Forschungsinstitut die Entwicklungsarbeiten an gentechnisch veränderten, insektenresistenten Erbsen eingestellt. Diese hatten bei Laborversuchen mit Mäusen Hinweise auf eine Reaktion des Immunsystems ergeben. Die etablierten, umfangreichen Prüfverfahren für GVO-Lebensmittel stellen bereits heute sicher, dass unerwartete Gesundheitsauswirkungen vor einer Markteinführung erkannt werden - ein Gentech-Moratorium in der Schweiz brächte daher keinen Sicherheitsgewinn.

Die von T.J.V Higgins und Mitarbeitern entwickelten Gentech-Erbsen produzierten ein Bohnen-Eiweiss, welches sie zu fast 100% vor einem wichtigen Ernteschädling, dem Gemeinen Erbsenkäfer, schützte. Hochempfindliche Analysemethoden wiesen auf eine strukturelle Veränderung des in den Erbsen produzierten Bohnen-Eiweiss hin. Daraufhin wurde seine Wirkung in Tierversuchen geprüft. Mit den Gentech-Erbsen gefütterte Labormäuse zeigten spezifische Veränderungen im Antikörpergehalt des Bluts, ein Hinweis auf eine Reaktion des Immunsystems. Im Gegensatz zu vielen Medienberichten ist in der Original-Veröffentlichung (Prescott et al. 2005, Journal of Agricultural and Food Chemistry 53:9023-30) keine Rede von einer "Lungenkrankheit". Erst wenn diesen Mäusen anschliessend ein Extakt aus Gentech-Erbsen direkt in die Lunge eingeflösst wurde, entwickelten sie dort eine Entzündungsreaktion - da die Lungenoberfläche sehr sensibel ist, ist dies ein ziemlich drastisches, aber sehr empfindliches Verfahren, um die Reaktion des Immunsystems auf neue Substanzen zu prüfen. Das Institut hat daraufhin beschlossen, aus Sicherheitsgründen das Erbsen-Projekt nach 10 Jahren Forschungsarbeit einzustellen - die viel versprechende Technologie soll aber in anderen Pflanzen weiterentwickelt werden.

Dieses Beispiel zeigt, wie gründlich die bestehenden Prüfverfahren bei der Entwicklung neuer gentechnisch veränderter Nutzpflanzen sind, so dass auch subtile unerwartete Effekte vor einer Anwendung entdeckt werden. In der Tat gehören GVO- Pflanzen heutzutage zu den bestuntersuchten Lebensmitteln überhaupt.

Internutrition wehrt sich daher gegen die Behauptung, ein Gentech-Moratorium sei unbedingt erforderlich um Sicherheitsaspekte besser zu untersuchen, und verurteilt entsprechende Forderungen als unnötige Angstmacherei. Ein Gentech-Moratorium in der Schweiz bringt in dieser Hinsicht für Konsumentinnen und Konsumenten keinerlei zusätzliche Sicherheit.


Für weitere Auskünfte:
Dr. Jan Lucht, InterNutrition, Postfach, 8021 Zürich
jan.lucht@internutrition.ch ,
Tel: (+41) 043-255 20 60, Fax: (+41) 043-255 20 61

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