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Anbauzahlen USA: Auch 2008 weitere Zunahme der Flächen mit GVO-Nutzpflanzen
Die beiden wichtigsten mit Hilfe der Gentechnik eingeführten Eigenschaften bleiben für Mais und Baumwolle weiterhin Herbizid-Toleranz (HT) und Insekten-Resistenz (IR). Zunehmend werden hier Sorten eingesetzt, die Kombinationen mehrerer gentechnisch eingeführter Merkmale aufweisen ("stacks"). Besonders deutlich war die Zunahme der Pflanzen mit sowohl Herbizidtoleranz als auch Insektenresistenz bei Mais (2007: 28%, 2008: 40%). In vielen Fällen verfügen diese Pflanzen sogar über drei verschiedene Gentech-Eigenschaften ("triple stack"): Resistenz gegen den über der Erde aktiven Maiszünsler, gegen den unterirdischen Mais-Wurzelbohrer, sowie Toleranz gegen Herbizide, um die Unkrautbekämpfung zu vereinfachen. Mit zunehmender Verfügbarkeit neuer GV-Merkmale (verbesserter Nährstoffgehalt, höherer Ertrag, Trockenresistenz) wird der Anteil der Pflanzen mit Kombi-Eigenschaften weiter zunehmen - bis zum Ende des Jahrzehnts sollen Pflanzen mit bis zu acht unterschiedlichen Biotech-Merkmalen entwickelt werden. Quelle: "Acreage report USA 2008", USDA - National Agricultural Statistics Service, 30.06.2008.
Feuerbrand: Neue Ansätze zur Krankheitsvorbeugung mit Hilfe der Gentechnik
Bereits vor einigen Jahren konnte gezeigt werden, dass sich transgene Obstbäume mit natürlichen, antibakteriellen Wirkstoffen gegen den Feuerbrand-Erreger wehren können. Hierfür wurden Abwehr-Gene von anderen Organismen mit Hilfe der Gentechnik in Obstbäume übertragen - diese wurden deutlich unempfindlicher gegen Infektionen. Dies belegt, dass es grundsätzlich möglich ist, eine bestehende Obst-Sorte ohne aufwendige jahrelange klassische Züchtung weniger anfällig gegen den Feuerbrand zu machen. Aus Gründen der Konsumenten-Akzeptanz wird angestrebt, Abwehrgene aus Pflanzen - idealerweise aus der gleichen Art - einzusetzen. Ein Beispiel hierfür sind Arbeiten aus der Gruppe von Herb Aldwinckle von der Cornell University. Es gelang den Forschern, aus Äpfeln ein Gen zu isolieren, von dem bekannt war dass es in Pflanzen eine zentrale Rolle bei der Krankheitsabwehr spielt. Dieses NPR1-Gen wurde zusammen mit einem starken Promotor, einer DNA-Sequenz welche die Gen-Ablesung steuert, wieder zurück in Apfelpflanzen übertragen. In Infektionsversuchen zeigten diese Pflanzen eine geringere Feuerbrand-Anfälligkeit als unveränderte Kontroll-Pflanzen. Darüber hinaus waren einige dieser Pflanzen auch unempfindlicher gegen zwei krankheitserregende Pilze. Gegenwärtig wird daran gearbeitet, die Krankheits-Anfälligkeit der Pflanzen weiter zu reduzieren, und auch ohne artfremde Promotor-Sequenzen auszukommen. Einen alternativen Ansatz, die Gentechnik für die Züchtung verbesserter Apfelsorten einzusetzen, präsentierte Viola Hanke, Direktorin am Institut für Obstzüchtung in Dresden-Pillnitz. Sie und ihre Mitarbeiter suchen einen Weg, die jahrzehntelangen Kreuzungen bei klassischen Zuchtprogrammen zu beschleunigen. Es gelang ihnen, ein Regulatorgen für die Blütenentwicklung aus der Birke in Apfelpflanzen zu übertragen und dort mit Hilfe eines kräftigen Promotors verstärkt ablesen zu lassen. Dies bewirkte, dass die transgenen Apfelpflänzchen bereits nach 3-4 Monaten Blüten ausbildeten - ein Vorgang, der bei unveränderten Apfelbäumen mehrere Jahre, bei manchen Sorten bis zu einem Jahrzehnt dauern kann. Die Blüten waren fruchtbar, und bildeten nach Bestäubung Früchte mit Samen aus. Durch die stark verkürzte Generationszeit sollte es möglich sein, klassische Zuchtprogramme - die mehrere Kreuzungen und Rückkreuzungen erfordern - deutlich zu beschleunigen. In einem letzten Schritt kann dann das Birken-Transgen wieder entfernt werden, so dass das Züchtungsprodukt frei von fremden Gensequenzen ist. Dieses Zuchtverfahren - das auch z. B. für die Herstellung von Apfelsorten mit verbesserter Feuerbrand-Resistenz eingesetzt werden könnte - stellt zeitlich gesehen eine grosse Verbesserung gegenüber den klassischen Verfahren dar. Ob eine derart gezüchtete Apfelsorte von gentech-kritischen Konsumenten angenommen wird, muss allerdings erst noch untersucht werden. Auch hat dieser Ansatz einen Nachteil mit allen klassischen, auf Kreuzungen beruhenden Zuchtverfahren gemeinsam: zwar ist es möglich, Merkmale von Apfelsorten neu zu kombinieren und so auch gewünschte Eigenschaften wie Krankheitsresistenz einzuführen. Die exakte Merkmalskombination der Ausgangssorten geht dabei aber unwiderruflich verloren, so dass neue Sorten entstehen, welche den Konsumenten (noch) nicht vertraut sind und sich so schwerer vermarkten lassen. Quellen: Mickaël Malnoy et al. 2007, "Overexpression of the Apple MpNPR1 Gene Confers Increased Disease Resistance in Malus × domestica", Mol. Plant Microb. Int. 20:1568-1580; H. Flachowsky et al 2007, "Overexpression of BpMADS4 from silver birch (Betula pendula Roth.) induces early-flowering in apple (Malus × domestica Borkh.)", Plant Breeding 126:137-145
Bt Baumwolle: Burkina Faso wird drittes Biotech-Anbauland in Afrika
Freisetzungs-Versuch Pully: BAFU verlängert Frist für die Durchführung Text: Jan Lucht |
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