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"Die Begleitgeräusche und die Umstände, die zu diesem Entscheid geführt haben, deuten jedoch leider darauf hin, dass die Meinungen im Buwal schon gemacht waren, bevor das Gesuch ernsthaft beurteilt wurde. Aus Sicht der wissenschaftlichen Gemeinde dürften das Buwal und dessen Direktor damit den Anspruch der Unvoreingenommenheit und den allenfalls noch vorhandenen Rest an Vertrauen definitiv verspielt haben." Thomas Müller, Basler Zeitung, 21.11.2001 "In der Schweiz herrscht nun ein eigentliches De-facto-Moratorium für Freisetzungsversuche. Das Buwal unterlässt es allerdings tunlichst, die Situation so zu beschreiben. Dies ist politisch unredlich. Es ist selbstverständlich legitim, gegen die Gentechnik im Bereich der Landwirtschaft zu sein. Aber dann soll man auch dazu stehen. Die Beteuerungen von Roch, dass er kein Gegner der Gentech-Forschung sei, müssen sich an seinen Taten messen lassen. Und diese bestehen darin, der Forschung an entscheidenden Stellen Steine in die Bahn zu werfen." Hofmann, Neue Zürcher Zeitung, 21.11.2001 "Die Schweizerinnen und Schweizer sollten erkennen, dass Angst kein Motor für die wissenschaftlich-technische Entwicklung sein kann. Erfolgreiche Forschung erfordert Mut. Der Wille zum kontrollierten Risiko ist nötig, um den innovativen Geist des Landes am Leben zu erhalten. Sonst wandert die Forschung in jene Länder ab, wo es die besseren Bedingungen schon heute gibt." Reto Kohler, Tages-Anzeiger, 21.11.2001 "Nach geltender Verordnung hätte das ETH-Gesuch wohl bewilligt werden müssen. Roch hat seine Kompetenzen tatsächlich etwas strapaziert. Doch seine klare Haltung kann ihm nicht als Sturheit und Fortschrittsfeindlichkeit vorgeworfen werden. Sein Unbehagen und seine Vorsicht sind angesichts einer Technik mit unbekanntem Gefahrenpotenzial mehr als angebracht." David Sieber, Berner Zeitung, 24.11.2001 "Gut möglich, dass Leuenberger Roch die Kompetenz entzieht. Es wäre nicht das erste Mal, dass der Departementsvorsteher seinen Chefbeamten zurückpfeift. Dicke Luft herrschte bereits im September letzten Jahres. Leuenberger stoppte ein Gentech-Symposium, das Roch organisiert hatte. Offiziell wurde begründet, das Forum mit dem US-Gentechkritiker Jeremy Rifkin sei zu teuer." Michael Müller, Der Bund, 24.11.2001 "Genetisch veränderte Pflanzen nehmen weltweit inzwischen eine Fläche von mehreren Millionen Hektaren ein. Angesichts dieser Entwicklung steht der Buwal-Chef mit seinem Widerstand gegen einen 8-Quadratmeter-Miniversuch unter Hochsicherheitsbedingungen mittelfristig auf verlorenem Posten. Denn die Türe, die er sachte öffnen will, ist bereits sperrangelweit offen." Patrick Imhasly, Der Bund, 24.11.2001 "Wenn sich der Buwal-Direktor so offensichtlich um die Empfehlungen der Experten foutiert, muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, er handle nur auf Grund einer politischen Agenda. Die wäre: gentechkritisch. Dies zeigte der ehemalige WWF-Direktor schon im Juli 1999, als das Buwal mit einem Überraschungscoup - und im Alleingang - im Rahmen der Genlex-Vorlage ein zehnjähriges Freisetzungsmoratorium für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen festschreiben wollte. Die (höchst politische) Begründung für den eigenmächtigen Vorstoss: Die Schweizer Bauern kämen problemlos ohne Gentechnik aus." Nik Walter, SonntagsZeitung, 25.11.2001 |
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