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Roland Bilang, InterNutrition Seit 1992 haben die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in Umfragen und an der Urne wiederholt zum Ausdruck gebracht, dass sie im Zusammenhang mit der Gentechnologie keine Verbote wünschen. Gefragt ist vielmehr eine Gesetzgebung, welche uns erlaubt, die Chancen dieser Schlüsseltechnologie zu nutzen und deren Missbrauch zu verhindern. Die Gen-Lex Vorlage, die demnächst in den eidgenössischen Räten behandelt wird, trägt diesem Wunsch Rechnung. Mit dem Verzicht auf Verbote und strengen Zulassungsbedingungen zeigt der Bundesrat und die Mehrheit der Ständeratskommission den richtigen Weg auf für die weitere Regelung der Gentechnologie. Die heute geltende Freisetzungsverordnung und die geplante Verschärfung der Bewilligungspraxis stellt den Schutz von Mensch und Umwelt sicher. Trotzdem wurde von verschiedener Seite die Forderung nach einem Moratorium für die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen laut. Dies wäre allerdings ein Schritt in die falsche Richtung.
Chancen nicht verbauen
Ein Moratorium würde auch der Forschung schaden Selbst wenn Forschungsvorhaben nicht unter ein Moratorium fallen, würde ein solches die praxisorientiert Erforschung von gentechnisch veränderten Pflanzen in unserem Land stark beeinträchtigen. Es ist unklar, wo jeweils die Grenze zwischen Forschung und Anwendung gezogen werden. Forschungsprojekte werden kaum noch finanziert und durchführt, wenn die Entwicklung zur Praxisreife unsicher und die kommerzielle Nutzung der daraus gewonnenen Erkenntnisse von vornherein verboten ist.
Keine Insellösung anstreben Ein Verbot - ein Moratorium ist ein Verbot auf Zeit - des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen ist weder aus ökologischen noch aus wirtschaftlichen noch aus ethischen Gründen zu rechtfertigen. Vor allem aber kann es nicht Aufgabe der Politik sein, Entscheide gegen eine neue, sinnvoll eingesetzte Technologie zu fällen, um damit die Vermarktung einer bestehenden Produktelinie (gemeint ist der Biolandbau) zu schützen. Wir brauchen keine "Denkpausen", sondern sinnvolle Rahmenbedingungen für den verantwortungsvollen Umgang mit der Gentechnik in der Landwirtschaft. |
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