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Mehr Provitamin A im Reiskorn

2002-07-03 00:00:00
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Mehr Provitamin A im Reiskorn

Reispflanzen produzieren nur in den grünen Pflanzenteilen, nicht aber im Reiskorn selbst, die lebenswichtigen Vorstufen von Vitamin A (Provitamin A). Deshalb ist Vitamin A Mangel in jenen Regionen weit verbreitet, in denen Reis als alleiniges Hauptnahrungsmittel dient. Insbesondere Kleinkinder, die hauptsächlich mit Reis ernährt werden, sind daher besonders anfällig auf diese Mangelerkrankungen.

Vom Vitamin A Mangel sind über 100 Millionen Kinder im Vorschulalter betroffen. Aber auch Frauen im gebärfähigen Alter leiden darunter. Vitamin A ist wichtig für die Funktion des Immunsystems und verantwortlich für den Schutz der Schleimhautzellen. Vitamin A Mangel führt zu einer erhöhten Infektionsanfälligkeit, zu Nachtblindheit und in den schweren Fällen zur vollständigen Erblindung. Mehr als 1 Million Kinder sterben jährlich an den Folgen von Vitamin A Mangel.

Durch entsprechende Nahrungsmittelzusätze konnten die erwähnten Mangelerscheinungen bisher nur teilweise behoben werden.

Nachdem den Reispflanzen mit Hilfe der Gentechnik 2 Gene aus der Osterglocke und ein Gen aus dem Bakterium Erwinia uredovora hinzugefügt wurden, enthalten jetzt auch die geschälten Körner eine Vorstufe von Vitamin A. Im menschlichen Verdauungstrakt wird die Vorstufe (beta-Karotin) in Vitamin A umgewandelt. Einige der gentechnisch veränderten Pflanzenlinien enthalten genügend beta-Karotin, um mit 300 g gekochtem Reis den täglichen Vitamin A Bedarf zu decken. Die beta-Karotin-reichen Reiskörner sind an ihrer gelblichen Farbe gut erkennbar.

Golden Rice

Den neuen Reislinien werden nun etliche Jahre getestet, um ihre Unbedenklichkeit für die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu prüfen. Die neuen Sorten müssen zuerst von den jeweiligen nationalen Behörden bewilligt werden, bevor sie anschliessend bei lokalen Züchtern in mehrjährigen Versuchsreihen weiter untersucht werden. Bevor die Sorten mit den vielversprechenden neuen Eigenschaften also schlussendlich von den Reisbauern angebaut werden können, werden die Mangelerscheinungen weiterhin ein grosses Problem darstellen.

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