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2002-07-03 00:00:00
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Verzögerung des Reifeprozesses

Die natürliche Reifung von Früchten und Gemüsen ist mit der Produktion von pflanzeneigenem Ethylen gekoppelt. Ethylen löst eine ganze Reihe biochemischer Prozesse aus: einerseits die gewünschte Aroma- und Geschmacksbildung sowie die Produktion wertvoller Inhaltsstoffe (z.B. Vitamine, Saccharide), andererseits aber auch Abbauprozesse, die für das "Weichwerden" der Früchte und Gemüse verantwortlich sind. Reife Früchte und Gemüse wären zu empfindlich, um lange Transporte schadlos zu überstehen. Deshalb werden sie grün geerntet, gekühlt transportiert und am Zielort mit Ethylen begast, um den abschliessenden Reifeprozess einzuleiten bzw. zu beschleunigen. Mit Hilfe der Gentechnologie kann der Reifeprozess verzögert werden, was den Vorteil hat, dass das Gemüse und die Früchte reif geerntet werden können.

  • Süsse Melonen: Geforscht wird an einer Melone mit gentechnisch verzögertem Reife-prozess. Gegenüber herkömmlichen Melonen, die zur üblichen frühen Erntezeit nicht den vollen Zuckergehalt besitzen, können die gentechnisch veränderten Melonen an der Pflanze ausreifen und höhere Mengen löslicher Saccharide (Zuckerstoffe) ansammeln. Sie erreichen damit einen gegenüber üblichen Handelswaren besseren Geschmack.
  • Tomaten mit verzögerter Reifung: Die Flavr-Savr-Tomate der Firma Calgene ist das erste gentechnisch veränderte Lebensmittel, das für den menschlichen Konsum zugelassen wurde. Sie kam 1994 in den USA auf den Markt. Die Tomate wurde derart gen-technisch verändert, dass sie länger haltbar ist. Sie kann am Stock reifen und muss nicht wie herkömmliche Tomaten grün und unreif gepflückt werden. Während des Reifeprozesses am Stock entwickelt sie neben der Farbe auch geschmacks- und wertvolle Inhaltsstoffe (z.B. Vitamine). Sie kann ungekühlt transportiert werden (Energieeinsparung). Auch die Firma Zeneca entwickelte eine Tomate mit verzögerter Reifung. Sie eignet sich besonders gut für die Herstellung von Tomatenpüree: Weil der Abbau ihrer Zellwände verzögert wird, weist das daraus produzierte Tomatenpüree die gewünschte hohe Viskosität auf. Bei herkömmlichen Tomaten wird der Abbau der Zellwände durch Erhitzen inaktiviert. Beim Erhitzen werden allerdings auch Aromastoffe zerstört.
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